Eine weitere Überraschung...




Januar-Februar 2009

Nach dem die Motoraufnahme vorne gedanklich erst mal abgeschlossen war, konnte ich einen Schritt weiter gehen, dachte ich.
Ein paar Neuteile haben sich mittlerweile auch eingefunden. Benötigt wurden ein Kettensatz, Bremsbeläge und neue Bremsscheiben vorn. Dann bin ich noch über ein passendes WP Federbein gestolpert, stammt ursprünglich aus einer Moto Guzzi, hat aber genau die Abmessungen, die ich brauche.
Nun der Reihe nach.
Die hübschen CNC gefertigten Halter vom Dezember kommen auch nicht zum Einsatz, erschien mir ein wenig zu schwach dimensioniert. Erschwerend kommt hinzu, dass bei der Verwendung einer 5,5" Felge und eines 180er Hinterreifens die Kettenflucht auch nicht passt. Also wieder neue Überlegungen angestellt und wieder etwas neues ausgedacht. So langsam wird das hier zu einer never ending story.
Vorne kommt jetzt ein kleiner Hilfsrahmen aus Edelstahl zum Einsatz, die Konstruktion ist tragfähiger und macht insgesamt einen stabileren Eindruck als zwei einzelne Halter aus Alu. Die Bearbeitung ist dafür aufwändiger und dauert mal wieder etwas länger, was soll's.

Felgen Veredelung
Die Felgen habe ich zum Bearbeiten weggegeben. Will ja mal irgendwann fertig werden und fahren :-) Das Felgenbett wurde poliert und der Stern in BMW Diamantschwarzmetallic lackiert. Die Arbeiten wurden schnell, sauber und fachgerecht von der Fighterstube in Wiesmoor ausgeführt. Bin mit dem Preis und der Qualität sehr zufrieden.

schwarz und poliert blitzt

Die Martin soll ja im Oldskool Style aufgebaut werden, also habe ich mich für ein paar moderne ABM Peak Bremsscheiben entschieden (ähnlich Wave). In Verbindung mit Sintermetallbelägen, Nissin 4-Kolben Bremssätteln, 19mm Bremspumpe und Stahlflexleitungen sollte eine ausreichend dimensionierte Bremsanlage zustande kommen.

ABM Peak schaut gut aus

White Power Federbein
Bei einigen Bauteilen hat sich Georges Martin wohl im Ersatzteillager von Moto Guzzi bedient. Das ist mir bei den Brembo Teilen schon aufgefallen und trifft auch auf das Federbein zu. Das eingebaute DeCarbon Federbein kann man nur in der Federbasis verstellen. Es ist in einem desolaten Zustand, eine Reparatur erscheint nicht sinnvoll, daher kommt es nicht mehr zum Einsatz. Außerdem bin ich in sachen Federbein schon etwas verwöhnt. In der Gixxe fahre ich ein Wilbers und bin mehr als zufrieden damit. Als ich die Abmessungen eines WP Federbeins aus einer 1100 Sport erfahren habe, war klar, dass es problemlos passen wird. Die Zugstufe ist 11-fach und die Druckstufe 7-fach verstellbar, das sollte eigentlich reichen.

White Power WP

Das WP mal provisorisch eingebaut und die Lage und Abstände geprüft, der Motor kann sogar noch ein paar mm weiter nach hinten wandern. Die Umlenkung kriegt man auch in den Griff, so langsam sollte ich mich mal der Bestellung der Neuteile zuwenden. Gelenkköpfe DIN ISO 12240 der Maßreihe K mit Außengewinde werden einige benötigt. Die restlichen Teile der Umlenkung noch säubern und lackieren, dann wird das wieder ganz ansehlich.

reichlich Platz Justiereinheit

Die nächste Überraschung: Kettenflucht
Das Ermitteln der Kettenflucht sorgt für weiteres Kopfzerbrechen. Die Kette liegt innen zu nahe am Rahmen an. Das betrifft beide Kettentrums, oben und unten. Kann hier an zwei Punkten eingreifen, die 530er Kette gegen eine 520er tauschen, das reduziert die Kettenbreite innen von 9,53mm auf 6,35mm. Bringt allerdings rechnerisch nur 1,59mm pro Seite, ob sich das lohnt ?
Die andere Möglichkeit ist der Sitz des Kettenritzels zu verändern. Habe mehrere Getriebewellen liegen und festgestellt, dass Suzuki unterschiedlich lange Hülsen hinter dem Kettenritzel verbaut. Leider habe ich es beim Getriebeumbau versäumt, diese Hülse abzunehmen. Dabei wäre aufgefallen, dass sie auf der Welle korrodiert ist. Jetzt darf ich den Rahmen wieder vom Motor trennen und mit einem Dremel versuchen, die Hülse in zwei Hälften zu trennen. Wenn man eine kürzere Hülse einsetzt, wandert das Ritzel näher an den Motor und weg vom Rahmen.

Abstand ? nicht ok

Mit dieser Aktion hoffe ich genügend Abstand zum Rahmen zu erhalten und hoffe aus der daraus resultierenden Kettenflucht noch an der Reifenflanke vorbei zu kommen. Dort könnte vielleicht die nächste Überraschung auf mich warten. Schaun wir mal...





© Achim M.
18-Feb-2009